Recycelte Kunststoffe entlang der Wertschöpfungskette nachverfolgen
Sektor: Tertiärer Sektor · Branche: Entsorgungswirtschaft und Recycling · Unternehmen: BASF, Kryha, Recicleiros · Reifegrad: pilot
Der Chemiekonzern BASF hat gemeinsam mit Kryha und der brasilianischen Nichtregierungsorganisation Recicleiros das Blockchain-Pilotprojekt reciChain initiiert. Ziel dieser Plattform ist es, Kunststoffe entlang der gesamten Recycling-Wertschöpfungskette transparent und lückenlos nachzuverfolgen. Durch die digitale Dokumentation von Materialströmen sollen Sortierung, Rückgewinnung und die Wiedereinführung von Rezyklaten in die Kreislaufwirtschaft nachhaltig optimiert werden.
Beschreibung
Der Chemiekonzern BASF hat in Zusammenarbeit mit dem Technologieunternehmen Kryha und der NGO Recicleiros die Plattform reciChain entwickelt, um Materialkreisläufe für Kunststoffe transparent zu gestalten. Die Anwendung nutzt die Blockchain-Technologie, um jeden Schritt von der Abfallsammlung über das Recycling bis zur Wiederverarbeitung fälschungssicher zu protokollieren. Dadurch können alle beteiligten Unternehmen lückenlos überprüfen, woher Sekundärrohstoffe stammen und welche Verarbeitungsstufen sie durchlaufen haben.
Die Initiative reciChain wurde von BASF ins Leben gerufen, um einer der zentralen Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft zu begegnen: dem Mangel an verlässlichen Daten über Herkunft und Qualität von recyceltem Kunststoff. Gemeinsam mit Kryha und Recicleiros wurde eine Plattform konzipiert, die in Pilotversuchen in Brasilien und Kanada praktisch erprobt wurde. Mithilfe dezentraler Datenspeicherung werden Sortier-, Reinigungs- und Verarbeitungsereignisse manipulationssicher für alle Teilnehmer der Lieferkette dokumentiert. Dies ermöglicht Markeninhabern und Recyclern, den tatsächlichen Rezyklatanteil in Endprodukten rechtssicher nachzuweisen und Zertifizierungsprozesse zu vereinfachen. Das Vorhaben verdeutlicht, wie digitale Infrastrukturen industrielle Kooperationen zwischen Chemieunternehmen, Entsorgern und zivilgesellschaftlichen Organisationen effektiv unterstützen können.
Perspektiven
Perspektive B2B — Unternehmen
B2B-Partner erhalten durch die Plattform verifizierbare Nachweise über die Herkunft und Zusammensetzung von Rezyklat-Chargen. Dies erleichtert die Erfüllung regulatorischer Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft und stärkt das Vertrauen zwischen Rohstofflieferanten und weiterverarbeitenden Herstellern.
Perspektive B2C — Privatpersonen
Endverbraucher profitieren indirekt von Produkten mit glaubwürdig nachgewiesenem Recyclinganteil und geringerem Greenwashing-Risiko. Transparente Wertschöpfungsketten ermöglichen es Konsumenten künftig, nachhaltige Kaufentscheidungen auf Basis valider Nachweise zu treffen.
Perspektive Mitarbeitende
Mitarbeitende in Recyclingbetrieben erfassen Materialeingänge und Qualitätsdaten über standardisierte digitale Schnittstellen der Plattform. Die Reduzierung manueller Papiernachweise vereinfacht die täglichen Übergabeprozesse und verringert Fehlerquellen bei der Bestandsdokumentation.
Vorteile
Allgemein
- Erhöhte Transparenz über Materialströme in der Kreislaufwirtschaft
- Fälschungssicherer Nachweis über den Rezyklatanteil in Endprodukten
- Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Entsorgern, Verarbeitern und Chemieindustrie
B2B — Unternehmen
- Erleichterte Erfüllung regulatorischer Nachweispflichten
- Gesteigertes Vertrauen zwischen Handelspartnern bezüglich Materialqualität
B2C — Privatpersonen
- Geringeres Risiko von irreführenden Umwelt- und Recyclingbehauptungen
Mitarbeitende
- Vereinfachte Dokumentationsabläufe bei der Materialannahme
- Geringerer administrativer Aufwand durch einheitliche Datenbasis
Herausforderungen
Allgemein
- Hoher Abstimmungsbedarf zwischen Akteuren mit unterschiedlichem Digitalisierungsgrad
- Standardisierung von Materialkriterien entlang internationaler Lieferketten
B2B — Unternehmen
- Integration bestehender ERP-Systeme in die Blockchain-Lösung
Mitarbeitende
- Notwendigkeit von Schulungen für das operative Personal in Sortieranlagen
Technologische Grundlage
Die Lösung basiert auf einer dezentralen Blockchain-Plattform, die Materialtransaktionen und Verarbeitungsstufen manipulationssicher zwischen Entsorgern, Recyclern und Herstellern protokolliert.
Umsetzungsbeispiele
reciChain Pilotprojekt für Kunststoffrückverfolgbarkeit (BASF, Entsorgungswirtschaft und Recycling)
BASF entwickelte gemeinsam mit Kryha und Recicleiros die reciChain-Plattform, um Kunststoffabfälle und Rezyklate entlang der Lieferkette lückenlos nachzuverfolgen. Das System wurde in Pilotversuchen erprobt, um Transparenz und Sortierprozesse in der Kreislaufwirtschaft zu verbessern.
Quellen: BASF introduces innovative pilot blockchain project to improve circular economy and traceability of recycled plastics · reciChain Canada, pilot program
Tags
Kreislaufwirtschaft, Recycling, Rückverfolgbarkeit, Lieferkette, Kunststoffe
Quellen
- BASF introduces innovative pilot blockchain project to improve circular economy and traceability of recycled plastics — BASF, Pressemitteilung
- reciChain Canada, pilot program — BASF, Pressemitteilung