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Fisch vom Netz bis zum Teller verfolgen

Sektor: Primärer Sektor · Branche: Fischerei · Unternehmen: Fishcoin, IBM, Sjømatbedriftene · Reifegrad: concept

Fishcoin ist ein dezentrales, blockchain-basiertes Ökosystem zur Rückverfolgbarkeit von Meeresfrüchten vom Fang bis zum Verbraucher. Das System nutzt das Trace Protocol, eine speziell entwickelte Blockchain-Plattform, um transparente und sichere Daten entlang der gesamten Lieferkette zu gewährleisten. Durch ein Token-System werden Stakeholder motiviert, Daten über Fangort, Fangmethode, Verarbeitung und Transport zu erfassen und zu teilen.

Beschreibung

Fishcoin löst das First-Mile-Problem der Seafood-Rückverfolgung: An der Quelle — dem Fischer — fehlen Daten. Fishcoin nutzt eine Token-Wirtschaft als Anreiz: Fischer erhalten Fishcoin-Token für Dateneingaben (Fangort, -zeitpunkt, Art, Methode). Diese Token können für Mobilfunkguthaben oder andere Güter eingetauscht werden. Downstream-Akteure zahlen Token, um auf die verifizierten Daten zuzugreifen.

Das Fishcoin-Protokoll ist ein datenzentriertes Token-Ökosystem für die Seafood-Lieferkette. Das Grundproblem: Lebensmittelrückverfolgung scheitert meist an fehlenden oder manipulierten Daten am Anfang der Kette — beim Fischer, der oft kein Smartphone, kein Internet und keinen Anreiz hat, Daten einzugeben. Fishcoin dreht dieses Incentive-Problem um: Fischer erhalten für jede verifizierte Dateneingabe Fishcoin-Token. Da viele Fischer in Entwicklungsländern Mobilfunkguthaben dringend brauchen, sind Token als Tauschmittel direkt wertvoll. Verarbeiter, Händler, Importeure und Supermarktketten kaufen Token, um Zugang zu den Rückverfolgungsdaten zu erhalten. Die Blockchain stellt sicher, dass einmal eingegebene Daten nicht manipuliert werden können. Das System verbindet so wirtschaftliche Anreize mit Transparenz — erstmals wird der geringverdienende Fischer Teil eines digitalen Lieferkettensystems. IUU-Fischerei (Illegal, Unreported, Unregulated) kostet die Industrie schätzungsweise 23 Mrd. US-Dollar jährlich; blockchain-basierte Rückverfolgung kann diesem Problem strukturell entgegenwirken.

Perspektiven

Perspektive B2B — Unternehmen

Importeure und Retailer können über die Fishcoin-Plattform auf verifizierte Fangdaten zugreifen und so MSC-Zertifizierungsanforderungen und Importregeln wie den US Seafood Import Monitoring Program (SIMP) erfüllen.

Perspektive B2C — Privatpersonen

Konsumenten erhalten über QR-Code-Scans Zugang zu verifizierten Fanginformationen — Fangort, -zeitpunkt, Schiff und Methode — und können bewusst nachhaltigen und ethisch gefangenen Fisch wählen.

Perspektive Mitarbeitende

Mitarbeiter in der Lieferkette müssen neue digitale Erfassungsprozesse erlernen und in ihre täglichen Arbeitsabläufe integrieren. Gleichzeitig profitieren sie von einem transparenteren und faireren Handelssystem, das ihre Arbeit und Beiträge zur nachhaltigen Fischerei besser dokumentiert und honoriert.

Vorteile

Allgemein

B2B — Unternehmen

B2C — Privatpersonen

Mitarbeitende

Herausforderungen

Allgemein

B2B — Unternehmen

Mitarbeitende

Technologische Grundlage

Fishcoin nutzt das Trace Protocol, eine hochskalierbare, open-source Blockchain-Plattform, die als dezentrales Peer-to-Peer-Netzwerk für vertrauenswürdige, transparente und sichere Datenübertragung konzipiert ist. Diese spezialisierte Blockchain-Lösung ist besonders geeignet für komplexe Lieferketten, da sie große Datenmengen verarbeiten kann und gleichzeitig die Unveränderlichkeit der erfassten Informationen gewährleistet.

Umsetzungsbeispiele

Norwegische Meeresfrüchteunternehmen Pilot (Sjømatbedriftene, Fischerei)

Die norwegische Vereinigung der Meeresfrüchteunternehmen initiierte 2019 zusammen mit IBM ein Pilotprojekt zur blockchain-basierten Rückverfolgbarkeit.

Quellen: Fishcoin Official Website

Tags

Lieferkette, Rückverfolgbarkeit, Token-System, Nachhaltigkeit, Transparenz

Quellen

  1. Fishcoin Official Website — Fishcoin, Artikel
  2. Fishcoin Protocol Documentation — Fishcoin, Whitepaper
  3. Fishcoin Blockchain Seafood Traceability Video — YouTube, Artikel