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Kaffee zurückverfolgen und Kleinbauern direkt vergüten

Sektor: Sekundärer Sektor · Branche: Lebensmittel und Getränkeindustrie · Unternehmen: Farmer Connect SA · Reifegrad: production

Die schweizerische Farmer Connect SA betreibt auf IBM Food Trust eine Plattform, auf der alle Stufen der Kaffeelieferkette ihre Ereignisse erfassen. Über die Endkunden-App Thank My Farmer scannen Kaffeetrinker einen QR-Code auf der Packung und sehen die Herkunft der Bohnen samt Informationen zum Erzeugerbetrieb; zusätzlich können sie Projekte in der Ursprungsregion unterstützen. Zum Konsortium gehören unter anderem der kolumbianische Erzeugerverband FNC, ITOCHU, The J.M. Smucker Company mit der Marke 1850, Jacobs Douwe Egberts, Beyers Koffie, RGC Coffee, Sucafina, Volcafe, Yara International und Rabobank.

Beschreibung

Die schweizerische Farmer Connect SA betreibt auf IBM Food Trust eine Plattform, über die sich Kaffee bis zum einzelnen Erzeugerbetrieb zurückverfolgen lässt. Zwischen Kleinbauer und Endkunde liegen im Kaffeehandel bis zu einem Dutzend Zwischenstufen, sodass Erzeuger anonym bleiben und Endkunden Herkunfts- und Nachhaltigkeitsangaben nicht überprüfen können. Über die App Thank My Farmer genügt ein QR-Code auf der Packung, um die Herkunft der Bohnen und Informationen zum Erzeugerbetrieb einzusehen.

Farmer Connect stellte die Lösung im Januar 2020 auf der Consumer Electronics Show vor und führte sie im selben Jahr zunächst in den USA und Kanada über Produkte von Beyers Koffie ein. Die Marke 1850 der J.M. Smucker Company war die erste US-Marke, die die App Thank My Farmer einsetzte, und warb damit für die Transparenz ihrer kolumbianischen Herkunft. Technische Grundlage ist IBM Food Trust auf Hyperledger Fabric, in dem alle Stufen der Kaffeelieferkette ihre Ereignisse erfassen, ohne dass eine der konkurrierenden Stufen die Aufzeichnungen der anderen führt. Das Konsortium umfasst mit dem kolumbianischen Erzeugerverband FNC, ITOCHU, Jacobs Douwe Egberts, RGC Coffee, Sucafina, Volcafe, Yara International und Rabobank Akteure von der Erzeugerseite über Handel und Röstung bis zur Finanzierung. Neben der reinen Rückverfolgung bietet die Anwendung einen Kanal, über den Verbraucher Projekte in der Ursprungsregion direkt unterstützen können. Der Fall ist damit weniger ein reines Traceability-Projekt als der Versuch, eine anonyme Handelskette für den Endkunden und für den Erzeuger gleichermaßen sichtbar zu machen.

Perspektiven

Perspektive B2B — Unternehmen

Für Röster, Händler und Marken zeigt der Fall, wie sich Herkunftsaussagen über eine vielstufige Kette belegen lassen, ohne dass ein einzelner Akteur die Datenhoheit erhält. Unternehmen mit ähnlich fragmentierten Rohstoffketten, etwa bei Kakao, Tee oder Gewürzen, können die Konsortialstruktur aus Erzeugerverband, Händlern und Marken übertragen.

Perspektive B2C — Privatpersonen

Kaffeetrinkerinnen und Kaffeetrinker können über einen QR-Code auf der Packung nachvollziehen, aus welcher Region und von welchem Betrieb die Bohnen stammen. Zusätzlich lässt sich über die App ein Projekt in der Ursprungsregion direkt unterstützen.

Perspektive Mitarbeitende

In Rohstoffeinkauf und Qualitätssicherung verschiebt sich die Arbeit von der Prüfung einzelner Zertifikate hin zur Auswertung durchgängiger Lieferkettendaten. Nachhaltigkeits- und Markenverantwortliche erhalten eine belastbare Grundlage für ihre Kommunikation, müssen aber die Datenerfassung bis in kleinbäuerliche Betriebe hinein sicherstellen.

Vorteile

Allgemein

B2B — Unternehmen

B2C — Privatpersonen

Mitarbeitende

Herausforderungen

Allgemein

B2B — Unternehmen

Mitarbeitende

Technologische Grundlage

Die Plattform setzt auf IBM Food Trust und damit auf Hyperledger Fabric als zugangsbeschränktes Register für Lieferkettenereignisse. Ein gemeinsames Register ist hier notwendig, weil sich im Kaffeehandel bis zu einem Dutzend konkurrierender Stufen zwischen Erzeuger und Endkunde schieben und keine von ihnen die Aufzeichnungen der anderen führen soll.

Umsetzungsbeispiele

Thank My Farmer für Kaffee von 1850 und Beyers Koffie (Farmer Connect SA, Lebensmittel und Getränkeindustrie)

Farmer Connect betreibt auf IBM Food Trust eine Plattform, über die sich Kaffee bis zum Erzeugerbetrieb zurückverfolgen lässt. Über die App Thank My Farmer scannen Endkunden einen QR-Code auf der Packung und sehen Herkunft und Erzeugerinformationen.

Quellen: Farmer Connect Uses IBM Blockchain to Bridge the Gap Between Consumers and Smallholder Coffee Farmers · Farmer Connect SA Announces Blockchain Collaboration With The Colombian Coffee Growers Federation and Partners · Thank My Farmer blockchain app connects consumers to smallholder coffee producers

Tags

Lieferkette, Kaffee, Herkunftsnachweis, IBM Food Trust, Verbraucher-App, Kleinbauern

Quellen

  1. Farmer Connect Uses IBM Blockchain to Bridge the Gap Between Consumers and Smallholder Coffee Farmers — Farmer Connect SA, Pressemitteilung
  2. Farmer Connect SA Announces Blockchain Collaboration With The Colombian Coffee Growers Federation and Partners — Food Online, Artikel
  3. Thank My Farmer blockchain app connects consumers to smallholder coffee producers — Global Coffee Report, Artikel