Chemische Prozesse digital abbilden
Sektor: Sekundärer Sektor · Branche: Chemische Industrie · Unternehmen: BASF · Reifegrad: pilot
BASF nutzt Blockchain-Technologie in mehreren separaten Anwendungsfällen zur Verbesserung der Datenintegrität und Supply Chain Transparenz. Das Unternehmen setzt in Kooperation mit ARXUM eine Blockchain-Lösung zur sicheren Speicherung von Forschungs- und Entwicklungsdaten ein und testet gemeinsam mit Evonik und der Commerzbank blockchain-basierte Zahlungsprozesse in der Lieferkette. Diese Projekte befinden sich seit 2022 in der Pilotphase und werden zur Skalierung auf weitere Bereiche vorbereitet.
Beschreibung
BASF kooperiert mit ARXUM — einem 2019 in Kaiserslautern gegründeten Blockchain-Startup — zur Sicherstellung von Datenintegrität in regulierten F&E-Laboren. Das Projekt entstand im Februar 2022 über den 5-HT X-Linker Lab of the Future. ARXUM nutzt ein unveränderliches Blockchain-Backend kombiniert mit verschlüsseltem IPFS-Cloud-Speicher (Data Integrity Protocol, DIP). Girish Srinivas von BASF: "Die Verwendung von Blockchain bietet Audit Trails für die in unserem System registrierten Entitäten."
BASF steht in regulierten F&E-Laboren vor einer typischen Herausforderung: Datenintegrität wird oft durch manuelle Unterschriften auf Papierdokumenten sichergestellt — ein riskantes und ineffizientes Verfahren. Im Februar 2022 nahm BASF als Corporate Speed Dater am 5-HT X-Linker Lab of the Future teil und traf dabei auf das Startup ARXUM aus Kaiserslautern. Aus den 1:1-Gesprächen entstand ein Kooperationsprojekt: BASF evaluierte die ARXUM-DIP-Lösung und integrierte sie als Proof-of-Concept in ihr internes digitales Produkt ICoRe für Entitätsregistrierung. Technisch: Die ARXUM DIP-Lösung speichert Datenintegritätsprüfsummen auf einem unveränderlichen Blockchain-Backend und in einem verschlüsselten IPFS-Cloud-Speicher. Das ermöglicht: Zugriff auf Originaldaten, sichere Datenbankwiederherstellung, reduzierten Revisionsaufwand, vereinfachte Integritätsprüfungen und externen Zugriff für Regulierungsbehörden. Als Nebenprodukt der Zusammenarbeit entwickelte ARXUM ein neues Produkt speziell für regulierte Laboranwendungen.
Perspektiven
Perspektive B2B — Unternehmen
Chemie- und Pharmakonzerne mit regulierten Laborumgebungen können über ARXUM DIP Datenintegrität vollständig digital nachweisen — ohne manuelle Papierdokumentation. Der Nachweis der Datenherkunft ist direkt gegenüber Regulierungsbehörden verfügbar.
Perspektive B2C — Privatpersonen
Endkunden profitieren indirekt von verbesserten Qualitätssicherungsverfahren und nachverfolgbaren Produktionsprozessen durch die erhöhte Datentransparenz in der Lieferkette.
Perspektive Mitarbeitende
Labormitarbeitende in F&E werden von manuellen Unterschrifts- und Revisionsdokumentationsprozessen entlastet. Integritätsprüfungen laufen automatisiert; bei Abweichungen sind Originaldaten sicher abrufbar.
Vorteile
Allgemein
- Unveränderbare Speicherung kritischer Geschäftsdaten verhindert Manipulation und verbessert die Compliance.
- Transparente Zahlungsabwicklung reduziert Transaktionszeiten und erhöht das Vertrauen zwischen Geschäftspartnern.
- Automatisierte Audit-Trails und Dokumentationsverfahren reduzieren den manuellen Aufwand für Compliance-Prozesse.
B2B — Unternehmen
- Verbesserte Geschäftsbeziehungen durch transparentere und schnellere Zahlungsabwicklung mit Supply Chain Partnern.
Mitarbeitende
- Vereinfachte Datendokumentation in Forschungsprojekten durch automatisierte Blockchain-basierte Versionierung.
Herausforderungen
Allgemein
- Hohe Komplexität bei der Integration verschiedener Blockchain-Systeme mit bestehenden ERP- und Produktionssystemen.
- Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit externen Partnern und Startups für die Entwicklung spezialisierter Blockchain-Lösungen.
B2B — Unternehmen
- Koordination mit Geschäftspartnern für die gemeinsame Nutzung blockchain-basierter Plattformen erfordert umfassende Abstimmungsprozesse.
Mitarbeitende
- Schulungsaufwand für Mitarbeiter zur Nutzung neuer blockchain-basierter Datenmanagementsysteme.
Technologische Grundlage
BASF nutzt zwei verschiedene Blockchain-Ansätze: Die Corda-Blockchain für Supply Chain Zahlungsprozesse und eine ARXUM-Lösung mit verschlüsseltem IPFS-Cloud-Speicher für Forschungsdaten. Diese Technologien bieten unveränderbare Datenspeicherung und transparente Transaktionsverläufe, wodurch Manipulationen verhindert und die Nachvollziehbarkeit von Geschäftsprozessen verbessert wird.
Umsetzungsbeispiele
BASF Blockchain-Datenintegrität mit ARXUM (BASF, Chemische Industrie)
BASF implementierte eine Blockchain-Lösung für die sichere Speicherung von Forschungs- und Entwicklungsdaten in Zusammenarbeit mit dem Startup ARXUM.
Tags
Datenintegrität, Supply Chain, Zahlungsabwicklung, Forschungsdaten, Transparenz
Quellen
- Erfolgreiches Spin-Off des X-Linkers: BASF und ARXUM kooperieren und sichern Datenintegrität durch Blockchain — 5-HT, Artikel
- BASF und Evonik testen Blockchain im Zahlungsverkehr — Der Treasurer, Artikel