← Alle Blockchain-Use-Cases

Energiezähler digital identifizieren

Sektor: Tertiärer Sektor · Branche: Energieversorger · Unternehmen: Deutsche Energie-Agentur (dena), Energy Web, Fraunhofer FIT · Reifegrad: pilot

DIVE ist ein abgeschlossenes Pilotprojekt, das digitale Maschinen-Identitäten für Energieanlagen auf Basis der KILT Blockchain entwickelt und erfolgreich getestet hat. Das Projekt ermöglicht es Energieerzeugungsanlagen, sich selbstständig zu identifizieren und automatisiert Prozesse wie die Registrierung von Grünstromzertifikaten oder Lieferantenwechsel abzuwickeln. Durch die Verwendung von Self-Sovereign Identity (SSI) Technologie können Doppelvermarktung vermieden und granulare Herkunftsnachweise automatisch erstellt werden.

Beschreibung

Das dena-Future-Energy-Lab startete DIVE (Juni 2023 – Dezember 2024) als Nachfolgeprojekt des Blockchain Machine Identity Ledger (BMIL). Kernkonzept: Jede Energieanlage — vom Solardach über Hausspeicher bis zur E-Ladesäule — erhält eine digitale Identität auf SSI-Basis (Self-Sovereign Identity), verankert in einem Blockchain-basierten Register. Das ermöglicht automatisierten, vertrauenswürdigen Wechsel zwischen Anwendungsfällen wie Eigenverbrauch, Flexibilitätsmärkten oder Energy Sharing.

Das dena-Future-Energy-Lab startete DIVE mit dem Konsortium: FfE München, Energy Web (KILT Protocol), OLI Systems, Fraunhofer FIT, fieldfisher (Rechtsberatung), 50Hertz, TenneT, TransnetBW, EnBW, Charging Radar, Numbat Energy u.a. Das Energiesystem der Zukunft besteht aus Millionen Kleinstanlagen — jede muss eindeutig identifizierbar sein, damit sie automatisiert zwischen Anwendungsfällen wechseln kann. DIVE pilotierte drei konkrete Anwendungsfälle: (1) Feingranulare Grünstromzertifikate — Nachweis der Herkunft von Strom auf Stunden- statt Jahresbasis. (2) Teilnahme von Kleinstanlagen an Flexibilitätsmärkten — Netzbetreiber können verifizieren ob eine Anlage wirklich existiert und verfügbar ist. (3) Schneller Lieferantenwechsel an E-Ladesäulen. Grundlage: Self-Sovereign Identity (SSI) — dasselbe Prinzip wie die European Digital Identity Wallet (EUDI). DIVE nutzte Smart Meter Gateways, Energiemanagementsysteme, verifiable credentials und ein Blockchain-basiertes Register. Ergebnis laut Abschlussbericht: Das System funktioniert praktisch — Anmeldung im Register, Registrierung granularer Grünstromzertifikate, Wechsel zwischen Anwendungsfällen und Vermeidung von Doppelvermarktung konnten digital und automatisch umgesetzt werden.

Perspektiven

Perspektive B2B — Unternehmen

Netzbetreiber, Energieversorger und Flexibilitätsmarktbetreiber können über die DIVE-Infrastruktur verifizieren, ob eine Anlage wirklich existiert, welche Leistung sie hat und ob sie verfügbar ist — ohne manuelle Prozesse oder zentralen Identitätsanbieter.

Perspektive B2C — Privatpersonen

Prosumer mit Solardachanlage oder Hausspeicher können feingranulare Grünstromzertifikate für ihren erzeugten Strom erhalten — stundengenaue Herkunftsnachweise statt pauschaler Jahreszertifikate. Das erhöht den Wert ihrer Einspeisung erheblich.

Perspektive Mitarbeitende

Mitarbeiter werden von manuellen Registrierungs- und Zertifizierungsprozessen entlastet, da diese durch Smart Contracts automatisiert werden. Gleichzeitig entstehen neue Arbeitsplätze im Bereich Blockchain-Management und digitaler Identitätsverwaltung für Energiesysteme.

Vorteile

Allgemein

B2B — Unternehmen

B2C — Privatpersonen

Mitarbeitende

Herausforderungen

Allgemein

B2B — Unternehmen

Mitarbeitende

Technologische Grundlage

DIVE nutzt die KILT Blockchain als public-permissionless Blockchain-Basis für ein dezentrales Identitätsregister mit Self-Sovereign Identity (SSI) Technologie. Diese Technologie ist besonders geeignet, da sie Energieanlagen ermöglicht, ihre eigene digitale Identität zu verwalten und vertrauensvolle Transaktionen ohne zentrale Kontrollstelle durchzuführen.

Umsetzungsbeispiele

DIVE Pilotprojekt für digitale Energieanlagen-Identitäten (Deutsche Energie-Agentur (dena) Konsortium, Energieversorger)

Das dena-Konsortium entwickelte und testete erfolgreich digitale Identitäten für reale Energieanlagen einschließlich Prosumer-Haushalte.

Quellen: DIVE-Abschlussberichtsreihe: Digitale Identitäten im Energiesektor

Tags

Digitale Identität, Grünstromzertifikate, Smart Contracts, Energiehandel, Automatisierung

Quellen

  1. DIVE – Digitale Identitäten als Vertrauensanker im Energiesystem — Deutsche Energie-Agentur (dena), Projektseite
  2. DIVE-Abschlussberichtsreihe: Digitale Identitäten im Energiesektor — Future Energy Lab, Pressemitteilung
  3. DIVE Anwendungsfälle — Deutsche Energie-Agentur (dena), Studie