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Globale Frachtdokumente digital vernetzen

Sektor: Tertiärer Sektor · Branche: Speditionen und Güterverkehr · Unternehmen: Maersk und IBM · Reifegrad: production

TradeLens war eine Blockchain-Plattform von Maersk und IBM zur Digitalisierung der globalen Lieferkette im Schifffahrts- und Logistikbereich. Die Plattform sollte Transparenz und Effizienz in der Seefracht schaffen, indem sie Warenbewegungen in Echtzeit verfolgt und dokumentiert. In einer zwölfmonatigen Testphase wurden über 154 Millionen Daten zu Schiffssendungen erfasst und die Transitzeit von Lieferungen um bis zu 40% reduziert, was zu Ersparnissen von mehreren tausend US-Dollar führte.

Beschreibung

TradeLens war aus Spediteursicht revolutionaer: Statt endloser E-Mail-Ketten und Telefonate konnten Spediteure den Status ihrer Sendungen in Echtzeit auf einer blockchain-gesicherten Plattform nachverfolgen. Das BVMC (Bundesverband Materialwirtschaft und Consulting) analysierte TradeLens in einem Whitepaper als Benchmark fuer Blockchain im Supply Chain Management.

Fuer Spediteure ist TradeLens vor allem ein Datentransparenz-Thema: Ein Frachtbrief wechselt typischerweise 5-7 Mal den Besitzer von Exporteur bis Endempfaenger; jeder Transfer braucht Papiere, E-Mails, Telefonate. TradeLens digitalisierte diesen Prozess: Alle Sendungs-Events (Abfahrt, Ankunft, Zollstatus, Lagerung) landen sofort auf der Blockchain; alle autorisierten Parteien sehen denselben Status. IBM dokumentierte in mehreren Artikeln den Netzwerk-Zuwachs: CMA CGM (weltdrittgroesste Reederei), PIL (Pacific International Lines) und Hamburg Sued traten bei; 600+ Millionen Sendungs-Events wurden bis zur Einstellung dokumentiert. Das BVMC Whitepaper (2020) analysierte TradeLens als einen der wichtigsten Blockchain-SCM-Anwendungsfaelle weltweit und zog Schlussfolgerungen fuer deutsche Logistikunternehmen. Eingestellt November 2022: Massgeblicher Grund war das Governance-Problem — Reedereien wollten keine Daten auf einer Maersk-kontrollierten Plattform teilen.

Perspektiven

Perspektive B2B — Unternehmen

Spediteure lernen aus TradeLens: Blockchain-basierte Sendungstransparenz funktioniert technisch einwandfrei — der Schlussel zum Erfolg ist neutrale Governance, an der alle Wettbewerber gleichberechtigt teilnehmen koennen.

Perspektive B2C — Privatpersonen

Endkunden hätten indirekt von schnelleren und zuverlässigeren Lieferungen sowie potenziell niedrigeren Kosten durch die Effizienzsteigerungen in der Lieferkette profitiert. Die verbesserte Transparenz hätte auch die Nachverfolgbarkeit von Waren für Verbraucher ermöglicht.

Perspektive Mitarbeitende

Mitarbeiter in der Logistikbranche hätten von reduzierten manuellen Verwaltungsaufgaben und verbesserter Datenverfügbarkeit profitiert, was mehr Zeit für strategische Aufgaben ermöglicht hätte. Gleichzeitig erforderte die neue Technologie Weiterbildung und Anpassung an digitale Arbeitsweisen.

Vorteile

Allgemein

B2B — Unternehmen

Mitarbeitende

Herausforderungen

Allgemein

B2B — Unternehmen

Mitarbeitende

Technologische Grundlage

TradeLens nutzte IBM Blockchain-Technologie basierend auf Hyperledger Fabric, einer sogenannten Permissioned Blockchain. Diese Technologie eignet sich besonders für Unternehmensnetzwerke, da nur autorisierte Teilnehmer Zugang haben und sensible Geschäftsdaten geschützt bleiben können.

Umsetzungsbeispiele

TradeLens Pilotprojekt mit über 94 Partnern (Maersk und IBM, Spedition und Güterverkehr)

Maersk und IBM entwickelten TradeLens als gemeinsame Blockchain-Plattform für die globale Containerschifffahrt mit über 94 Branchenpartnern.

Quellen: TradeLens: Blockchain-Revolution in der Logistik?

Tags

Lieferkette, Containerlogistik, Transparenz, Digitalisierung, Seefracht

Quellen

  1. TradeLens: Blockchain-Revolution in der Logistik? — Blockchain Welt, Artikel
  2. Maersk and IBM to discontinue TradeLens — Maersk, Pressemitteilung
  3. TradeLens momentum grows with addition of two major ocean cargo carriers — IBM, Artikel
  4. Blockchain im Supply Chain Management — BVMC, Whitepaper