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Materialdaten unveränderlich zertifizieren

Sektor: Sekundärer Sektor · Branche: Glas und Keramikindustrie · Unternehmen: Confindustria Ceramica · Reifegrad: pilot

Das Forschungsprojekt BLOCH4MAT entwickelt seit Februar 2024 eine Blockchain-Plattform für die lückenlose Rückverfolgbarkeit von Keramikfliesen und Baumaterialien in der gesamten Lieferkette. Das von der Universität Bologna koordinierte Projekt läuft bis Februar 2026 und zielt darauf ab, die komplexe und fragmentierte Lieferkette der Keramikindustrie durch manipulationssichere Dokumentation zu transparenter zu gestalten. Die Blockchain-Lösung soll mit BIM-Systemen und anderen Digitalisierungsprozessen integriert werden und wird sowohl im Labor- als auch im industriellen Maßstab validiert.

Beschreibung

In der Keramik- und Glasindustrie sind Materialdaten kritisch: Festigkeit, Waermeausdehnung, chemische Bestaendigkeit und andere Eigenschaften muessen pruefbar und reproduzierbar sein. Bislang werden Pruefprotokolle papierbasiert oder in internen Datenbanken gehalten — anfaellig fuer Manipulation, Fehler und Datenverlust. Blockchain schafft unveraenderliche, zeitgestempelte Pruefprotokolle.

Forschungsprojekte an der Universitaet Bologna (Prof. Maria Bignozzi, Materialwissenschaften) und im Rahmen des Konsortiums Futuro in Ricerca sowie Publikationen im Ceramic World Review (CWR) untersuchen, wie Blockchain die Qualitaetsdokumentation in der Keramik- und Glasindustrie verbessern kann. Das Konzept: Pruefergebnisse aus akkreditierten Labors werden als blockchain-verankerte Datensaetze gespeichert. Der Zeitstempel ist unveraenderlich; Nachkorrekturen erzeugen neue, mit dem alten Eintrag verkettete Datensaetze. Das erleichtert: (1) Akkreditierungsnachweise nach DIN/ISO/EN-Standards — Regulatoren koennen Pruefhistorien sofort verifizieren. (2) Produkthaftung — bei Schadensfaellen koennen Materialeigenschaften zum Zeitpunkt der Herstellung lueckenlos belegt werden. (3) Kreislaufwirtschaft — Recycling-Keramikmaterialien benoetigen verifizierbare Eigenschaften als Voraussetzung fuer Wiederverwendung in anspruchsvollen Anwendungen.

Perspektiven

Perspektive B2B — Unternehmen

Keramik- und Glashersteller koennen Pruefergebnisse blockchain-gesichert an Kunden, Zertifizierungsstellen und Regulatoren weitergeben — lueckenloser Qualitaetsnachweis, der Produkthaftungsrisiken minimiert und Akkreditierungen erleichtert.

Perspektive B2C — Privatpersonen

Endkunden können erstmals die vollständige Herkunft und Produktionsgeschichte ihrer Baumaterialien nachvollziehen, was besonders für umweltbewusste Verbraucher und nachhaltige Bauprojekte relevant ist. Dies ermöglicht informiertere Kaufentscheidungen basierend auf Nachhaltigkeits- und Qualitätskriterien.

Perspektive Mitarbeitende

Mitarbeiter im Qualitätsmanagement und Supply Chain Management erhalten durch die Blockchain-Lösung digitale Werkzeuge, die ihre tägliche Arbeit erleichtern und präzisere Entscheidungen ermöglichen. Die automatisierte Dokumentation reduziert repetitive manuelle Tätigkeiten und schafft Raum für strategischere Aufgaben.

Vorteile

Allgemein

B2B — Unternehmen

Mitarbeitende

Herausforderungen

Allgemein

B2B — Unternehmen

Mitarbeitende

Technologische Grundlage

Das Projekt entwickelt ein speziell angepasstes Blockchain-Modell für die spezifischen Anforderungen der Keramik- und Baumaterialbranche. Die Blockchain-Technologie eignet sich besonders gut für diese Anwendung, da sie eine unveränderliche Dokumentation aller Produktionsschritte ermöglicht und das Vertrauen zwischen verschiedenen Akteuren der Lieferkette stärkt.

Umsetzungsbeispiele

BLOCH4MAT Pilotprojekt Università Bologna (Università Bologna / Centro Ceramico, Glas und Keramikindustrie)

Die Universität Bologna entwickelt als Scientific Coordinator eine Blockchain-Plattform für die Rückverfolgbarkeit von Keramikprodukten.

Quellen: Università Bologna - Maria Bignozzi CV

Tags

Rückverfolgbarkeit, Lieferkette, Baumaterialien, BIM-Integration, Forschungsprojekt

Quellen

  1. Università Bologna - Maria Bignozzi CV — Università di Bologna, Artikel
  2. Cieffeerre Laboratori e Progetti — Consorzio Futuro in Ricerca, Artikel
  3. CWR 158-2024 PDF — CTASC, Artikel