Veranstaltungsanwesenheit selbstbestimmt nachweisen
Sektor: Tertiärer Sektor · Branche: Eventmanagement · Unternehmen: BlockchainLab Drenthe, Province of Drenthe, Interreg North Sea Region BLING · Reifegrad: Pilot
BlockchainLab Drenthe entwickelte im Rahmen des europäischen Projekts BLING eine dezentrale Anwendung zur selbstbestimmten Erfassung von Anwesenheiten auf Basis des IOTA Tangle. Teilnehmende konnten ihre Anwesenheit bei Veranstaltungen wie der North Sea Conference 2022 eigenständig und datensparsam per QR-Code verifizieren. Das Vorhaben wurde als feldgetesteter Proof of Concept bei mehreren Veranstaltungen erprobt, ging jedoch nicht in einen flächendeckenden Regelbetrieb über.
Dokumentationsstand
- Projektstatus: Pilot (Stand: 25.05.2022) — Feldgetesteter Proof of Concept bei mehreren Veranstaltungen; als Ersatz für Papierlisten vorgeschlagen, aber kein flächendeckender Betrieb belegt.
- Beleglage: mittel (3 Quellen)
- Redaktionelle Prüfung: ausstehend
- Quellen auf Erreichbarkeit geprüft: 08.10.2026 (1 derzeit nicht erreichbar)
Beschreibung
BlockchainLab Drenthe demonstrierte mit Partnern im BLING-Projekt, wie Veranstaltungsbesuche fälschungssicher dokumentiert werden können, ohne dass Veranstalter zentrale Listen mit personenbezogenen Daten führen müssen. Teilnehmende registrieren ihr Erscheinen eigenständig über einen QR-Code-Scan, wodurch der Nachweis direkt auf ihrem Gerät gesichert wird. Dieser dezentrale Ansatz eliminiert Datenschutzrisiken herkömmlicher Papier- oder Excel-Listen und vereinfacht die Bestätigung von Weiterbildungsverpflichtungen oder Tagungsteilnahmen.
Im europäischen Interreg-Projekt BLING entwickelte das BlockchainLab Drenthe gemeinsam mit der Provinz Drenthe einen praxisnahen Prototyp zur selbstbestimmten Anwesenheitsdokumentation. Die technische Grundlage bildet das IOTA Tangle, welches gebührenfreie Transaktionen und kryptografisch überprüfbare Signaturen ermöglicht. Anstatt Namen und persönliche Details in zentralen Veranstalterdatenbanken zu erfassen, scannen Besuchende einen spezifischen QR-Code vor Ort und erhalten einen kryptografischen Token als Beweis. Die Anwendung wurde unter anderem im Rahmen der North Sea Conference 2022 erfolgreich im Feldeinsatz erprobt. Obwohl das System als praxistauglicher Ersatz für analoge Anwesenheitslisten vorgeschlagen wurde, blieb es bei einem feldgetesteten Proof of Concept und wurde bislang nicht in einen flächendeckenden Produktivbetrieb überführt.
Perspektiven
Perspektive B2B — Unternehmen
Für Konferenzveranstalter und Organisationen reduziert das System den administrativen Aufwand zur Verwaltung sensibler Teilnehmerlisten. Es minimiert rechtliche Risiken im Umgang mit der Datenschutz-Grundverordnung, da keine zentralen Personenregister vorgehalten werden müssen.
Perspektive Mitarbeitende
Mitarbeitende an Akkreditierungsschaltern müssen keine manuellen Namenslisten abgleichen oder Papierbögen verwalten. Beschäftigte, die als Besucher an Fortbildungen teilnehmen, erhalten zudem einen manipulationssicheren Nachweis zur internen Vorlage.
Vorteile
Allgemein
- Vollständige Datenhoheit auf Seiten der Teilnehmenden
- Vermeidung zentraler Angriffsziele für Datenlecks
- Schnellere Abwicklung der Registrierung vor Ort
B2B — Unternehmen
- Reduzierung von Compliance- und Haftungsrisiken nach DSGVO
- Verringerter manueller Prüfungsaufwand nach Veranstaltungsende
Mitarbeitende
- Direkter digitaler Besitz des Fortbildungsnachweises
- Kein Medienbruch durch analoge Teilnehmerbögen
Herausforderungen
Allgemein
- Erfordert kompatible Endgeräte und Akzeptanz bei den Teilnehmenden
- Fehlende Schnittstellen zu etablierten Kongressverwaltungssystemen
B2B — Unternehmen
- Organisatorischer Umstellungsaufwand von traditionellen Registrierungsmethoden
- Bislang unbewiesene Skalierbarkeit für Großveranstaltungen mit zehntausenden Gästen
Mitarbeitende
- Einarbeitung in ungewohnte Mechanismen kryptografischer Nachweise
Technologische Grundlage
Die Lösung basiert auf der Distributed-Ledger-Technologie IOTA Tangle, welche gebührenfreie Transaktionen und kryptografisch gesicherte Nachweise ermöglicht. Diese Architektur eignet sich insbesondere für leichtgewichtige Identitätsnachweise und dezentrale Bestätigungen ohne zentrale Speicherung persönlicher Profile.
Umsetzungsbeispiele
Self-Sovereign-Attendance-Pilotierung (BlockchainLab Drenthe, Eventmanagement)
BlockchainLab Drenthe entwickelte im BLING-Projekt eine dezentrale Anwendung, mit der Teilnehmende ihre Anwesenheit auf Konferenzen per QR-Code selbstbestimmt nachweisen konnten.
Quellen: Niels Annema on the Self-sovereign Attendancy App · IPS-X Self Sovereign Attendancy · Pilot Story BlockchainLab Drenthe
Tags
IOTA, Self-Sovereign Identity, Anwesenheitsnachweis, Eventmanagement, Datenschutz
Quellen
- Niels Annema on the Self-sovereign Attendancy App — Interreg North Sea Region, Pressemitteilung
- IPS-X Self Sovereign Attendancy — IPS Explorer, Artikel
- Pilot Story BlockchainLab Drenthe — Interreg North Sea Region BLING, Pressemitteilung — derzeit nicht erreichbar (geprüft am 05.10.2026)