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Frachtdaten in Echtzeit teilen mit Blockchain

Sektor: Tertiärer Sektor · Branche: Schifffahrt und Seetransport · Unternehmen: Maersk und IBM (TradeLens) · Reifegrad: production

Maersk und IBM haben mit TradeLens eine globale, blockchain-basierte Plattform für den Containerlogistik-Sektor entwickelt und produktiv betrieben. Die Lösung ermöglichte den Echtzeit-Austausch von Versanddaten und -dokumenten zwischen allen Beteiligten der Lieferkette – von Reedereien über Häfen bis hin zu Zollbehörden. Durch den Einsatz von Hyperledger Fabric als permissioned Blockchain wurde ein unveränderliches, gemeinsam nutzbares Aufzeichnungssystem geschaffen, das papierbasierte Prozesse digitalisierte und die Transparenz entlang der gesamten Transportkette erhöhte.

Beschreibung

TradeLens war eine von Maersk und IBM gemeinsam entwickelte und betriebene digitale Plattform, die den Informationsaustausch in der globalen Containerlogistik grundlegend verändern sollte. Auf Basis von Hyperledger Fabric – einer berechtigungsbasierten Blockchain-Technologie – konnten Reedereien, Häfen, Spediteure und Zollbehörden auf einer gemeinsamen, manipulationssicheren Datenbasis zusammenarbeiten und Versandereignisse sowie Dokumente nahezu in Echtzeit teilen. Die Plattform war produktiv im Einsatz und verarbeitete in ihrer Hochphase bis zu 13 Millionen Ereignisse und über 100.000 Dokumente pro Woche, bevor der Dienst im März 2023 eingestellt wurde.

TradeLens wurde ab Januar 2018 schrittweise eingeführt und entwickelte sich zu einer der ambitioniertesten Blockchain-Implementierungen im globalen Handel. Die Plattform basiert technisch auf der IBM Blockchain Platform, die Hyperledger Fabric als quelloffenes, berechtigungsbasiertes Framework nutzt – ein Ansatz, der kontrollierten Datenzugang ermöglicht, ohne vollständige Offenlegung sensibler Geschäftsdaten zu erfordern. In ihrer produktiven Phase verarbeitete TradeLens bis zu 13 Millionen Ereignisse und mehr als 100.000 Dokumente pro Woche und hatte sich verpflichtet, rund 20 Prozent des globalen Containerverkehrs zu tracken. Über 90 Organisationen – darunter Reedereien wie Pacific International Lines und Hamburg Süd sowie Zollbehörden aus Australien, den Niederlanden, Peru, Saudi-Arabien und Singapur – hatten sich frühzeitig zur Teilnahme verpflichtet. Der dokumentierte Nutzen umfasste erhöhte Sichtbarkeit in der Lieferkette, verbesserte operative Effizienz, erleichterte Zollprozesse durch zeitnahere und verifizierbare Daten sowie eine bessere Koordination aller Beteiligten in Echtzeit. IBM stellte den Zugang zur Plattform zum 31. März 2023 ein; laut IBM und der DigitalizeTrade-Datenbank existiert kein Nachfolgeprodukt, womit das Projekt als eingestellt gilt.

Perspektiven

Perspektive B2B — Unternehmen

Für Unternehmen in der maritimen Logistik – Reedereien, Häfen, Spediteure und Terminalbetreiber – bot TradeLens die Möglichkeit, alle Lieferkettenpartner auf einer einzigen, vertrauenswürdigen Datenbasis zu vereinen und so aufwändige bilaterale Datenaustausche und papierbasierte Dokumentenprozesse zu ersetzen. Behörden wie Zollämter profitierten von zeitnäheren, präziseren und verifizierbaren Daten, was eine bessere Risikoauswahl und Erleichterung des legitimen Handels ermöglichte.

Perspektive Mitarbeitende

Mitarbeiter in Logistik, Zollabwicklung und Dokumentenmanagement konnten durch die Plattform von manuellen, fehleranfälligen Dateneingabe- und Abstimmungsprozessen entlastet werden und erhielten direkten Zugang zu aktuellen Versandinformationen. Gleichzeitig erforderte die Arbeit mit einer vernetzten Blockchain-Plattform neue digitale Kompetenzen und eine veränderte Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg.

Vorteile

Allgemein

B2B — Unternehmen

Mitarbeitende

Herausforderungen

Allgemein

B2B — Unternehmen

Mitarbeitende

Technologische Grundlage

TradeLens basiert auf der IBM Blockchain Platform, die auf Hyperledger Fabric aufbaut – einem quelloffenen, berechtigungsbasierten (permissioned) Blockchain-Framework. Im Gegensatz zu öffentlichen Blockchains wie Ethereum sind bei Hyperledger Fabric alle Teilnehmer bekannt und müssen zugelassen werden, was die Plattform besonders geeignet macht für regulierte Branchen, in denen Datenschutz, Compliance und kontrollierter Datenzugang essenziell sind. Die Architektur erlaubt es, dass verschiedene Akteure – Reedereien, Häfen, Zollbehörden, Spediteure – auf einer gemeinsamen, manipulationssicheren Datenbasis zusammenarbeiten, ohne proprietäre Daten vollständig offenlegen zu müssen.

Umsetzungsbeispiele

TradeLens – Globaler Blockchain-Hub für Containerlogistik (Maersk und IBM, Schifffahrt und Seetransport)

Maersk und IBM entwickelten und betrieben gemeinsam TradeLens, einen globalen blockchain-basierten Daten- und Dokumentenhub für die Containerlogistik, der von Januar 2018 bis März 2023 produktiv im Einsatz war. Die Plattform vernetzte Reedereien, Häfen, Spediteure, Verlader und Zollbehörden weltweit auf einer gemeinsamen, manipulationssicheren Datenbasis.

Quellen: UN ESCAP: TradeLens – Blockchain-Powered Global Trade Digitalization

Tags

Lieferkette, Echtzeit-Tracking, Permissioned Blockchain, Hyperledger Fabric, Containerlogistik, Zollabwicklung, Dokumentendigitalisierung

Quellen

  1. UN ESCAP: TradeLens Case Study — United Nations Economic and Social Commission for Asia and the Pacific (UN ESCAP), Studie