Blockchain in der Metallindustrie: 5 geprüfte Use Cases

In der Metallindustrie sind 5 Blockchain-Use-Cases dokumentiert, darunter Materialherkunft transparent prüfen, Herkunft von Edelmetallen lückenlos nachweisen, Gefahrgut sicher und transparent transportieren. 4 im Pilotstadium. Alle Cases sind quellenbelegt (insgesamt 19 Quellen). Alle 5 sind redaktionell geprüft, mit ausgewiesenem Reviewer und Prüfdatum. (Stand: 03.10.2026)

Use CaseUnternehmenStatusQuellenGeprüft
Materialherkunft transparent prüfenProtokolPilot612.07.2026
Herkunft von Edelmetallen lückenlos nachweisenaXedras AG, World Gold Council, Industry consortium members (refiners, logistics, vault operators)Pilot403.10.2026
Gefahrgut sicher und transparent transportierenFraunhofer IML mit IndustriepartnernPilot415.04.2026
Seltene Metalle im Kreislauf führenÖsterreichisches Klimafonds-Projekt (BOKU, WIFO)Pilot415.04.2026
Ersatzteile automatisch nachbestellenBMW in Kooperation mit Fraunhofer IMLKonzept115.04.2026

Die Use Cases im Detail

Materialherkunft transparent prüfen

Blockchain-Technologie ermöglicht es Fertigungsunternehmen, die Herkunft von Materialien lückenlos und fälschungssicher in einem gemeinsamen digitalen Ledger zu dokumentieren. Ursprung, Zeitpunkt und Zustand von Waren werden unveränderlich gespeichert, sodass alle Beteiligten in der Lieferkette jederzeit nachvollziehen können, woher ein Material stammt. Dies reduziert Fälschungsrisiken und erleichtert Qualitätsprüfungen erheblich.

Herkunft von Edelmetallen lückenlos nachweisen

Das Schweizer Technologieunternehmen aXedras AG hat zusammen mit dem World Gold Council und Partnern wie der Royal Canadian Mint eine Blockchain-Lösung zur lückenlosen Nachverfolgung von Goldbarren erprobt. Über das zugangsbeschränkte Bullion Integrity Ledger werden Barren von der Raffination über den Transport bis in Tresoranlagen digital erfasst. Die beteiligten Partner können Eigentumswechsel und Herkunftsdaten damit manipulationssicher und transparent in Echtzeit nachvollziehen.

Gefahrgut sicher und transparent transportieren

Fraunhofer IML entwickelt im Rahmen des Europäischen Blockchain-Instituts NRW das Blockchain-Device Dragon (Device for reliable dangerous goods transport) für manipulationssichere Gefahrgutlogistik mit Sensorüberwachung und Smart Contracts. Das Projekt adressiert die hohen Dokumentationspflichten, rechtlichen Regularien und Flexibilitätseinschränkungen im Gefahrgutmanagement. Ein Prototyp wurde im Oktober 2020 vorgestellt, wobei eine Ausweitung auf temperaturempfindliche Güter wie Metallrohstoffe vorgesehen ist.

Seltene Metalle im Kreislauf führen

Dieser Use Case beschreibt den Einsatz von Blockchain-Technologie zur transparenten Nachverfolgung und Dokumentation von Recyclingprozessen bei Sekundärrohstoffen wie seltenen Metallen. Ziel ist es, intransparente Lieferketten im Bereich der Kreislaufwirtschaft durch unveränderliche Datensätze zu verbessern. Allerdings konnten die spezifischen Angaben zu diesem Use Case im Rahmen der Recherche nicht verifiziert werden.

Ersatzteile automatisch nachbestellen

Blockchain-basierte automatische Ersatzteilbestellung verbindet IoT-Sensoren mit Smart Contracts: Wenn ein Sensor einen Verschleissparameter erreicht oder ein Bauteil ausgewechselt wird, loest der Smart Contract automatisch eine Ersatzteilbestellung aus, prueft den Hersteller-Zertifizierungsstatus und dokumentiert den Einbau. Das eliminiert manuelle Bestellprozesse und Fehler.

Zuletzt aktualisiert: 03.10.2026