Blockchain in Forschungsinstituten: 4 dokumentierte Use Cases

In Forschungsinstituten sind 4 Blockchain-Use-Cases dokumentiert, darunter Arzneimittelproben manipulationssicher dokumentieren, Forschungsdaten sicher teilen, Studiendaten manipulationssicher protokollieren. 1 davon ist produktiv im Einsatz, 1 im Pilotstadium. Alle Cases sind quellenbelegt (insgesamt 8 Quellen). 3 davon sind redaktionell geprüft, mit ausgewiesenem Reviewer und Prüfdatum; bei 1 steht die Prüfung noch aus. (Stand: 08.10.2026)

Use CaseUnternehmenStatusQuellenGeprüft
Arzneimittelproben manipulationssicher dokumentierenARTiFACTS, Distributed Pharmaceutical Analysis Laboratory (DPAL), University of Notre DameProduktiv2ausstehend
Forschungsdaten sicher teilenUniversity of Utah, Scientific Computing and Imaging Institute (SCI)Pilot115.04.2026
Studiendaten manipulationssicher protokollierenBenchoufi, Porcher & Ravaud (Forschungsteam)Konzept315.04.2026
Forschung offen und frei publizierenOrvium; NobleBlocksKonzept215.04.2026

Die Use Cases im Detail

Arzneimittelproben manipulationssicher dokumentieren

ARTiFACTS und das Distributed Pharmaceutical Analysis Laboratory der University of Notre Dame entwickelten eine Blockchain-Anwendung zur manipulationssicheren Nachverfolgung von Arzneimittelproben. Ein Live-Test im Juli 2022 belegte die lückenlose Erfassung von Probenherkunft, Metadaten, Übergaben sowie Analyseergebnissen aus PAD- und HPLC-Untersuchungen. Anschließend startete die Einführung innerhalb der beteiligten DPAL-Forschungsgemeinschaft, wobei breitere Effizienzkennzahlen bislang nicht veröffentlicht wurden.

Forschungsdaten sicher teilen

Die University of Utah nutzt Blockchain-Technologie über ihr Scientific Computing and Imaging Institute, um den Zugang zu großen wissenschaftlichen Datensätzen zu verbessern und die Forschungszusammenarbeit zu fördern. Das System ermöglicht eine sichere und dezentralisierte Dateifreigabe, die wissenschaftliche Entdeckungen beschleunigt und den Zugang für vielfältige Forscher verbreitert. Durch die interaktive Verarbeitung und Exploration massiver Datensätze ohne umfangreiche lokale Ressourcen wird eine Datenddemokratie gefördert und ein inklusiveres akademisches Umfeld geschaffen.

Studiendaten manipulationssicher protokollieren

Das Forschungsteam von Benchoufi, Porcher und Ravaud hat ein Proof-of-Concept-Protokoll entwickelt, das die Blockchain-Technologie zur sicheren und transparenten Dokumentation von Einwilligungserklärungen in klinischen Studien nutzt. Das System verwendet ChainScript zur Zeitstempelung und Speicherung aller relevanten Interaktionen wie Upload durch Investigator, E-Mail-Anfragen und Teilnehmersignaturen. Die Lösung soll die Nachverfolgbarkeit verbessern und Manipulationen bei der Consent-Sammlung verhindern.

Forschung offen und frei publizieren

Der traditionelle Publikationsprozess in der Wissenschaft ist oft langsam, teuer und undurchsichtig, weshalb Blockchain-Technologie zur Automatisierung und Dezentralisierung eingesetzt wird. Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain werden verwendet, um den Publikationsprozess zu automatisieren, wobei Autoren, Gutachter und Mitwirkende mit Token belohnt werden. Diese Lösung verspricht eine Beschleunigung des Publikationsprozesses, Kostensenkungen und erhöhte Transparenz in der wissenschaftlichen Forschung.

Zuletzt aktualisiert: 08.10.2026